Busspur, Mobilitäts-App und Kurzstreckentickets

Veröffentlicht am 18.11.2020 in Allgemein

Grün-Rot will mit Maßnahmenpaket ÖPNV stärken und für alle nutzungsfreundlicher machen

Die Stärkung des ÖPNV haben sich die Kooperationsfraktionen von Grünes Bamberg und SPD vorgenommen. Der mobilitätspolitische Grünen-Sprecher Christian Hader und SPD-Stadtrat Heinz Kuntke, beide auch Vertreter ihrer Fraktionen im Stadtwerke-Aufsichtsrat, haben dafür ein 10 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt.

„Der ÖPNV ist eine zentrale Säule der Verkehrswende, die wir gemeinsam anstreben“, sagt Christian Hader, „alles, was die Busse in Bamberg attraktiver, nutzer*innenfreundlicher und schneller macht, ist hier willkommen.“

Ganz konkret wird dies etwa in der Idee von neuen Busspuren auf beiden Seiten der Ludwigstraße, zwischen Luitpoldstraße und Zollnerunterführung. Eine MobilitätsApp soll künftig den ÖPNV und andere Verkehrsmittel miteinander verknüpfen, so dass z. B. Radfahren oder Car-Sharing effizient in Kombination mit dem Bus genutzt werden können. Ergänzt wird dies um die von Grün-Rot beantragten Mobilitätsstationen. Dort, so erklärt Hader, befindet sich dann nicht nur eine Bushaltestelle, sondern auch ein oder mehrere Car-Sharing-Stellplätze und Vorrichtungen für sicheres Fahrradabstellen. Auch On-Demand-Verkehr – also das individuelle Anfordern von ÖPNV in nachfrageschwachen Zeiten, v. a.  nachts – will Hader von der Stadt prüfen lassen.

„Bei allen Angeboten müssen wir immer im Blick haben, dass der ÖPNV für alle zugänglich bleibt.“ Das ist SPD-Stadtrat Heinz Kunkte wichtig. Ein neues Kurzstreckenticket soll für Busfahrten eingeführt werden, die nur über eine kurze Distanz von ein paar Haltestellen reichen. „Für ältere Menschen, die den Bus nur bis zum nächsten Supermarkt brauchen, wäre das ein echter Gewinn“, so Kuntke. Für Menschen mit geringem Einkommen soll auch ein so genannter „umlagefinanzierter ÖPNV“ geprüft werden. Hinter dieser Idee steckt ein Solidarprinzip: Der ÖPNV in der Stadt wird von allen Einwohner*innen je nach Einkommen gezahlt, und kann dann ebenfalls von allen gemäß ihren Bedürfnissen genutzt werden. Diese Möglichkeit sei allerdings noch nicht rechtlich abgesichert, so Kuntke, weshalb die beiden Antragsteller hier einen Prüfauftrag an die Verwaltung formulieren. Alternativ ist die Einführung eines 365-Euro-Tickets für sie denkbar.

Weitere grün-rote Anträge betreffen die Umtauschaktion „ÖPNV-Abo gegen Führerscheinabgabe“, die fortgesetzt und beworben werden soll. Außerdem soll die Stadtverwaltung das Parkraumbewirtschaftungskonzept überarbeiten und ggf. das Management künftig an die Stadtwerken übergeben. Und den Bau des ROB (Regionaler Omnibusbahnhof) wollen Hader und Kuntke vorantreiben und fordern, dass die Stadt offensiv mit konkreten Forderungen auf die Deutsche Bahn zugeht.

 

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