Letzte Ruhe unter Bäumen: SPD-Fraktion schlägt Bestattungswald auf MUNA-Gelände vor

Veröffentlicht am 27.09.2019 in Ratsfraktion

Für Menschen, die nicht auf einem Friedhof in der Stadt oder Landkreis Bamberg bestattet werden wollen, könnte es in Bamberg schon bald eine Alternative geben. Zumindest wenn es nach dem Willen der SPD Stadtratsfraktion geht. Die SPD Stadtratsfraktion hat auf ihrer letzten Sitzung einen sogenannten Bestattungswald auf dem früheren MUNA Gelände beschlossen, auf dem die Beisetzung der Urne am Fuße eines Baumes erfolgt. „Viele Menschen suchen eine Alternative zur klassischen Beerdigung auf einem Friedhof mit akkuraten Gräberreihen, gepflegten Blumenarrangements, Kapelle, dauerhafter und zeitintensiver Betreuung durch die Angehörigen und hohen Folgekosten. Sie wünschen sich lieber in der Natur beerdigt zu werden, zum Beispiel in einem Bestattungswald. Diesem Wunsch wollen wir mit unserem Antrag nachkommen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Klaus Stieringer die Initiative der SPD Stadtratsfraktion. 

Im Zuge der Diskussionen über eine zukünftige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Nutzung der früheren MUNA sind bei der SPD viele Vorschläge aus der Bürgerschaft eingegangen. Die Nutzung der schützenswerten Fläche als Fried- oder Bestattungswald gehörte, nach Angaben der SPD, zu den beliebtesten und häufigsten Nutzungsvorschlägen. „In der Region wäre diese alternative Bestattungsform bislang einmalig. Die Nachfrage ist groß und nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen wünschen für sich oder ihre Angehörigen eine naturnahe Bestattung unter Bäumen“, so der SPD Kreisvorsitzende Felix Holland.

Mit der Errichtung eines Bestattungswaldes kann für die SPD Stadtratsfraktion nicht nur der Waldbestand auf dem MUNA Gelände dauerhaft gesichert, sondern auch der Zugang der teilweise abgesperrten Fläche wieder ermöglicht werden. Der genaue Ort des Bestattungswaldes soll mit der Bürgerinitiative Hauptsmoorwald, dem Bürgerverein und der Stadt festgelegt werden. „Der Wald soll Wald bleiben, künftig aber nicht mehr forstwirtschaftlich, sondern als Begräbnisstätte genutzt werden“, so Klaus Stieringer. 

Der Bamberger Bestattungswald, soll nach Ansicht der SPD Stadtratsfraktion, nicht nur der Bamberger Stadt- oder Landkreisbevölkerung offen stehen. "Wenn z.B. jemand aus Berlin dort begraben werden will, kann er das", so Felix Holland. Auch können nach Einschätzung der SPD Stadtratsfraktion unterschiedliche Varianten des Ablaufs der Waldbestattung in Betracht gezogen werden. „Für uns ist jeder religiöse oder andere persönliche Zugang möglich, der die Beisetzung der Urne unmittelbar an einem Baum gestattet“, so Felix Holland.

In ihrem Antrag an die Verwaltung der Stadt Bamberg beantragt die SPD Stadtratsfraktion einen Bebauungsplan auf dem früheren MUNA Gelände, der die Nutzung der Waldfläche für eine "naturnahe Bestattung" festschreibt und zugleich sicherstellt, dass bauliche Anlagen auf der Waldfläche ausgeschlossen sind. „Es muss sichergestellt werden, dass auf dem Bamberger Bestattungswald nur Bio-Urnen beigesetzt werden dürfen, also Urnen aus biologisch abbaubaren Materialien, um die wertvollen Naturflächen nicht zu belasten“, so Felix Holland. Auf einer Tafel kann lediglich der Name des Verstorbenen angebracht werden. „Bepflanzungen oder Grabschmuck wie auf einem klassischen Friedhof sind nicht erlaubt, um die Natur der MUNA nicht zu belasten und um die natürliche Atmosphäre des Waldes zu erhalten“, so SPD Stadtrat und Kreisvorsitzender Felix Holland.  

Als einen der größten Vorteile eines Bestattungswaldes gegenüber einem herkömmlichen Friedhof bezeichnet die SPD Stadtratsfraktion den Umstand, dass die herkömmliche Grabpflege entfällt, welche die hinterbliebenen Angehörigen oftmals finanziell und  organisatorisch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bringt. „In einem Fried- oder Bestattungswald ist die Grabpflege  weder nötig noch erwünscht“, so Klaus Stieringer. 

Die Vorteile der Naturbestattung offenbaren sich, für die Mitglieder der SPD Stadtratsfraktion, zudem im Wandel unserer Zeit, mit veränderten Lebensumständen und Gewohnheiten in unserer Gesellschaft. „Beruf und Privatleben führen dazu, dass viele Familienangehörige nicht mehr am Geburtsort leben. Eine liebevolle Grabpflege ist durch die Entfernung der verschiedenen Wohnorte der Familienmitglieder oftmals nicht mehr möglich. Die Urnenbeisetzung im naturbelassenen Wald, die keinen Grabstein, Blumenschmuck und keiner individuellen Grabpflege bedarf, bietet deshalb eine würdevolle Alternative zum herkömmlichen Friedhof. Die Pflege der Grabstätte übernimmt hier die Natur mit ihren Jahreszeiten“, so Klaus Stieringer. 

Auch verlangt der gesellschaftliche Wandel in der Bestattungskultur, für die SPD Stadtratsfraktion, nach zunehmender Flexibilität. „Die jeweiligen Bedürfnisse der Hinterbliebenen und jener zu respektieren, die sich zu Lebzeiten ihre letzte Ruhestätte bewusst auswählen, das ist der Ansatz, den die Waldbestattung auch bei der Beisetzung selbst bietet“, so Felix Holland.

Der Bamberger Bestattungswald auf dem früheren MUNA Gelände kann nach Ansicht der SPD Stadtratsfraktion ein sorgsam gewählter Ort des Abschieds und des Gedenkens werden auf dem bereits zu Lebzeiten Ruhestätten für Familien oder einzelne Menschen unter Bäumen für eine würdige Waldbestattung ausgewählt werden. „Das friedliche naturbelassene Umfeld des MUNA Geländes ermöglicht eine persönliche und liebevolle Urnenbeisetzungen inmitten des Waldes, als würdevolle Alternative zum herkömmlichen Friedhof“, so Felix Holland. 
 

 

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