Jugend soll sich einmischen: 26-jähriger Bürgermeister will Kommunalpolitik verjüngen

Veröffentlicht am 10.04.2010 in Jugend

KV-Vors. Felix Holland (li) und Jonas Merzbacher mit Jugendlichen

Vor zwei Jahren wurde Jonas Merzbacher (SPD) zum Gemeindeoberhaupt von Gundelsheim, einer Gemeinde mit rund 3500 Einwohnern nahe Bamberg, gewählt. Mit 24 Jahren war er damals zweitjüngster Bürgermeister in Deutschland. Nun hat der SPD-Ortsverein Waischenfeld-Aufseß den heute 26-Jährigen zu einer Diskussion mit Jugendlichen eingeladen.

WAISCHENFELD (tw) - Das Interesse der Jugendlichen aus Waischenfeld und Aufseß hielt sich in Grenzen, doch diejenigen, die gekommen waren, hörten gespannt zu, als Jonas Merzbacher aus dem Nähkästchen der Kommunalpolitik plauderte. Und: Der Junggeselle und ehemalige Student der Politikwissenschaften, der noch im Haus seiner Eltern, jedoch dort in einem eigenen Appartement, wohnt, antwortete gern auf die Fragen der Besucher.

Gerade junge Leute täten sich am schwersten, in der Kommunalpolitik Position zu beziehen, denn diese machen meist schon Ältere, so Merzbacher. Eher aus Zufall kandidierte er als Gundelsheimer Bürgermeister und die Stichwahl gegen den heute 58-jährigen Geschäftsstellenleiter von der CSU gewann er deutlich mit 68,3 Prozent der Stimmen.

Nur ganz wenige junge Leute gestalten Kommunalpolitik mit, sagte Merzbacher und ergänzt: »Da muss man unheimlich zäh sein, denn Politik heißt immer, etwas für andere zu machen.» So errichtet er nun in Gundelsheim ein Seniorenheim für vier Millionen Euro, obwohl er für sich selbst noch nie ein Haus gebaut hat. Gerade ältere Bürger hatten ihn unterstützt und gewählt. »Die fanden es ganz toll, dass ich kandidierte», so Merzbacher.

»Ganz wichtig ist es aber, für die Jugend in einer Gemeinde etwas zu machen, denn sonst ist sie früher oder später weg», sagt Merzbacher, der in keinem einzigen Gundelsheimer Verein Mitglied ist und dennoch gewählt wurde. »Und das als Roter, in der Gegend von Bamberg. Da tut man sich doppelt schwer», so Merzbacher, für den jedoch die Mitgliedschaft in einer politischen Gruppierung nur als »Wertekompass» gilt.

»Wer Politik studiert hat, ist aber nicht gleich der bessere Politiker», so Merzbacher, denn ein Bürgermeister müsse mit den Menschen reden können und Zusammenhänge verstehen. Vieles hat er in den zwei Jahren als Bürgermeister in seiner Gemeinde schon umgekrempelt. Anders gemacht als seine Vorgänger. Ganz wichtig ist für ihn die Bürgerbeteiligung.

Konzentration auf ein Projekt

Und zum Thema Jugendarbeit bezieht Merzbacher sogar schon die Jüngsten mit ein. Kinder von neun bis zehn Jahren können zum Beispiel eine Mängelliste im Rathaus abgeben. »Die Kinder sind mittlerweile engagierter bei der Sache als viele Erwachsene», so Merzbacher. Er ermunterte, Anträge an den Gemeinderat zu stellen und sich auf ein Projekt zu konzentrieren, dass die Jugendlichen erreichen wollen. Dies müssten sie dann konsequent verfolgen.

»Traut euch was zu, dann könnt ihr was schaffen, und seid bitte richtig zäh», so Merzbachers Rat, der aber auch betont: »Junge Leute brauchen aber jemanden, der sie dabei an der Hand nimmt.»

Erschienen in den Nordbayerischen Nachrichten vom 10.4.2010

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